In der chemischen Industrie stoßen Standardarmaturen schnell an ihre Grenzen – besonders wenn mehrere extreme Anforderungen gleichzeitig auftreten. In einem aktuellen Kundenprojekt war genau das der Fall.
Die Herausforderung
Das Prozessfenster umfasst zwei gegensätzliche Betriebszustände: hoher Druck bei niedrigen Temperaturen (70 bar / 50 °C) sowie hohe Temperaturen bei niedrigem Druck (300 °C / 1 bar). Als Medium kommt Terephthalsäure (30 %) zum Einsatz – ein wichtiger Grundstoff für die PET-Produktion, der gleichzeitig korrosiv wirkt und zur Ablagerung neigt. Undichtigkeiten sind in diesem Prozess keine Option.
Die Lösung
Eingesetzt wird ein Bodenablass-Kugelhahn mit metallischem Dichtsystem und zapfengelagerter Kugel (Trunnion Mounted). Die metallische Dichtung bleibt auch bei extremen Temperaturen und aggressiven Medien formstabil – anders als Elastomere. Die zapfengelagerte Kugel nimmt mechanische Lasten direkt über Lager auf, nicht über die Dichtsitze, was Verschleiß minimiert und lange Standzeiten sichert.
Die Armatur ist für Drücke bis 160 bar und Temperaturen von −10 °C bis +300 °C ausgelegt. Werkstoffseitig sorgen eine Schaltwelle aus 1.4980 (hochfest bei Wärme), Kohlenstofflager, Inconel-Spiralfedern sowie FFKM-HT O-Ringe für chemische und thermische Beständigkeit über den gesamten Betriebsbereich.
Fazit
Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn eine Armatur konsequent auf den Prozess ausgelegt wird – statt umgekehrt. Genau nach diesem Prinzip entwickeln und fertigen wir bei ATEC alle unsere Spezialkugelhähne: individuell, kompromisslos und 100 % Made in Germany.